Grundsätzlich ist es keine schlechte Idee, nach der Veröffentlichung eines Updates den einen oder anderen Tag zu warten, um zu schauen, ob mit der Installation Probleme einhergehen könnten. Allerdings sollte man dann früher oder später schon auf das neue System umsteigen, da hiermit nicht nur neue Funktionen ausgerollt werden, sondern in der Regel auch wichtige Sicherheitsaktualisierungen. Dies trifft auch auf das gestern Abend veröffentlichte macOS Big Sur 11.3 zu. Den Kollegen von TechCrunch zufolge behebt Apple damit eine Sicherheitslücke, die es einem Angreifer im schlimmsten Fall ermöglichen konnte, auf sensible Nutzerdaten zuzugreifen, wenn der Nutzer ein manipuliertes dokument öffnete. Dabei griffen dann auch die in macOS integrierten Sicherheitsmaßnahmen nicht, wie der Sicherheitsforscher Cedric Owens berichtet, der die Lücke Mitte März entdeckt und an Apple gemeldet hatte. Apple bestätigte gegenüber TechCrunch das Beheben der Lücke durch eine Aktualisierung des in macOS integrierten Sicherheitssystems XProtect.
Neben den am heutigen Abend veröffentlichten Updates auf iOS/iPadOS 14.5, tvOS 14.5 und watchOS 7.4 hat Apple für alle Nutzer eines unterstützten Macs auch das zugehörige Update auf macOS Big Sur 11.3 veröffentlicht. Die funktionalen Neuerungen halten sich dabei, wie schon während der Betaphase zu erkennen, in Grenzen. Apple hat sich bei dem Update vor allem auf Fehlerkorrekturen und Stabilitätsverbesserungen konzentriert. Wer genau hinschaut, findet aber auch hier die eine oder andere Neuerung. Beispielsweise lassen sich fortan Erinnerungen sortieren und drucken, oder auch eine standardmäßige Stereoausgabe auf dem HomePod konfigurieren. Das Update kann wie gewohnt über den entsprechenden Bereich in den Systemeinstellungen laden.
Immer wieder kommen Gerücht auf, wonach die Apple-Entwicklungen der letzten Jahre langfristig darauf abzielen, die iOS-Plattform und macOS oder zumindest den Mac und das iPad zu vereinen. Neue Nahrung erhielten diese Vermutungen natürlich erst am vergangenen Dienstag wieder, als Apple nicht nur einen neuen iMac vorstellte, der im Wesentlichen aussieht wie ein riesiges iPad an einem Ständer, sondern auch den eigentlich für den Mac entwickelten M1-Prozessor künftig im iPad Pro verbauen wird. Nachdem sich zuletzt auch iOS/iPadOS und macOS sowohl funktional als auch optisch immer ähnlicher wurden, sind entsprechende Spekulationen natürlich zulässig.
Allerdings betont Apple gebetsmühlenartig, dass man keine Pläne hegt, beide Welten zu vereinen. Dies tun nun auch noch einmal Apples Marketing-Chef Greg Joswiak und Hardware-Chef John Ternus in einem Interview mit The Independent. Zu den oben genannten Spekulationen erklärt Joswiak darin, dass es nicht Apples Ziel sei, die beiden Produktlinien zusammenzuführen und man sich stattdessen darauf konzentriere, die besten Produkte in ihren jeweiligen Kategorien anzubieten:
"There's two conflicting stories people like to tell about the ?iPad? and Mac. On the one hand, people say that they are in conflict with each other. That somebody has to decide whether they want a Mac, or they want an ?iPad?. Or people say that we're merging them into one: that there's really this grand conspiracy we have, to eliminate the two categories and make them one. And the reality is neither is true. We're quite proud of the fact that we work really, really hard to create the best products in their respective category."
Durch die Vorstellung des neuen iMac und des neuen iPad Pro am vergangenen Dienstag ist auch klar, dass der Bedarf an M1-Chips künftig deutlich steigen wird. Nachdem bislang nur das aktuelle 13" MacBook Pro, das MacBook Air und der Mac mini mit dem Chip versorgt werden mussten, gesellen sich nun zwei weitere Geräte hinzu. Vor allem das iPad dürfte hier einen großen Einfluss haben, wie die Kollegen der DigiTimes zu bedenken geben. So soll Apples taiwanesischer Chip-Produzent TSMC ursprünglich das Ziel gehabt haben, 120.000 Chips pro Monat zu fertigen. Durch die neuen Geräte wird dieser Wert nun wohl auf 140.000 bis 150.000 Chips angehoben. An anderer Stelle gibt die DigiTimes an, dass allein neue 12,9" iPad Pro mit seinem Liquid Retina XDR Display in diesem Jahr auf eine Verkaufszahl von 5 Millionen Stück kommen könnte.
Ein wenig verwundert zeigten sich manche Beobachter von Apples Event, dass der neue iMac und das neue iPad Pro mit einem recht unpräzisen Verkaufsstart von "zweite Maihälfte" angekündigt wurden. Dies dürfte mit der aktuell unsicheren Situation auf dem weltweiten Chipmarkt zusammenhängen, von der auch Apple zunehmend betroffen ist.
Mit der Vorstellung des neuen iMac am vergangenen Dienstag ist Apple ein echter Coup gelungen. Vor allem die bunten Designs des neuen Desktop-Macs mit dem Apple auch gleichzeitig eine Hommage an den legendären G3 iMac setzt, wurden gemeinsam mit dem farblich passenden Zubehör durchgehend positiv bewertet. Auf auf dem Bildschirm lassen sich farbig passende Hintergründe setzen, die Apple mit dem neuen iMac aller Wahrscheinlichkeit nach auch direkt voreingestellt ausliefert. Wer die neuen farbigen Hintergründec bereits jetzt auf seinen Mac zaubern möchte, kann diese bei den Kollegen von 9to5Mac herunterladen.

Wer so wie der Twitter-Account Basic Apple Guy genau hinsieht, erkennt in den geschwungenen Linien auf den Hintergrundbildern übrigens um Ausschnitte des "hello"-Schriftzugs, den Apple erstmals bei der Präsentation des ersten Macintosh im Jahre 1984 nutzte und seitdem immer mal wieder hervorkramte. In macOS Big Sur 11.3 wird es hierzu passend auch einen neuen Bildschirmschoner geben, in dem der "hello"-Schriftzug animiert über den Bildschirm tanzt.
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Am Tag nach dem Frühjahrs-Event und der damit verbundenen Vorstellung des ersten Apple Silicon iMacs hat Apple zwei neue Werbeclips aus seiner "Behind the Mac"Kampagne veröffentlicht. Darin stellt Apple immer mal wieder Künstler und andere kreative Köpfe vor und lässt sie in den Videos vorführen, wie sie den Mac in ihrer täglichen Arbeit einsetzen. In dem ersten der beiden neuen Clips blickt man dabei dem Sänger und Songschreiber FINNEAS, nebenbei auch Bruder der derzeit mächtig gehypten Billie Eilish, über die Schulter. Im zweiten Video zeigen Studenten, wie sie den Mac nutzen, um sich auf ihr anstehendes Studiums vorzubereiten.
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Das nächste Update ist noch gar nicht veröffentlicht, da startet Apple bereits die nächste Betaphase für macOS Big Sur. Kurz nach dem Event am gestrigen Dienstag wurde der Release Candidate von macOS 11.3 an registrierte Entwickler und Teilnehmer am Public Beta Programm veröffentlicht, in der kommenden Woche soll die finale Version für alle Nutzer zum Download bereitgestellt werden. Seit heute Abend können registrierte Entwickler nun bereits die erste Beta von macOS Big Sur 11.4 laden und installieren. Noch ist unklar, welche Neuerungen und Verbesserungen Apple mit dem Update ausrollen und wann dieses veröffentlicht wird.
Nachdem Apple gestern den ersten iMac mit Apple Silicon Prozessor vorgestellt hatte, bahnen sich nun auch weitere Macs mit den ARM-Chips an. So sollen später im Jahr auf jeden Fall auch noch ein neues 14" und 16" MacBook Pro hinzukommen. Neben den Apple Silicon Prozessoren werden diese dann offenbar auch eine Neuerung mitbringen, die Apple von dem ebenfalls gestern vorgestellten 12,9" iPad Pro übernimmt. Dabei soll es sich den Analysten von Trend Force zufolge um das Liquid Retina XDR Display handeln, welches beim großen iPad Pro mit einer mini-LED Hintergrundbeleuchtung mit 1.000 Nits Grundhelligkeit und Spitzenwerten von 1.600 Nits beeindruckt. Nicht minder beeindruckend ist auch das Kontrastverhältnis von 1.000.000:1.
In der zweiten Jahreshälfte sollen nun also auch die dann zu erwartenden neuen MacBook Pro Modelle mit diesem Display ausgestattet werden. Möglich ist zudem, dass Apple dann auch erstmals einen neuen Apple Silicon Chip, etwa einen M1X verbaut, der eine abermals verbesserte Leistung mitbringen soll. Weitere Neuerungen, die unter anderem die angesehenen Apple-Spezialisten Mark Gurman und Ming-Chi Kuo erwarten, umfassen das Ende der Touch Bar und die Rückkehr eines SD-Kartenslots und des MagSafe-Ladeanschlusses. Auf letzteren haben wir ebenfalls beim iMac gestern schon einen kleinen Vorgeschmack bekommen.
Dass dies so kommen wird, bestätigen offenbar auch die durch eine Hackergruppe von Apples Fertigungspartner Quanta Computer erbeuteten technischen Spezifikationen zu den kommenden MacBooks. Die Kollegen von 9to5Mac haben Auszüge davon in die Finger bekommen und darin Hinweise entdecken, dass der HDMI-Anschluss, MagSafe und der SD-Kartenslot in der Tat ein (willkommenes) Comeback feiern sollen.