Bereits in der vergangenen Woche ging es an dieser Stelle um das Thema In-App Abonnements - eine Art der Monetarisierung, der ich persönlich nicht viel abgewinnen kann. Dennoch scheint der Trend derzeit stark in diese Richtung zu gehen, zumal auch Apple selbst diesen Weg seinen Entwicklern ans Herz legt. Von prominenter Stelle gibt es nun jedoch auch Fürspruch für die Einmalzahlung für Apps - so, wie man es auch von früher kannte. Der Nintendo-Spieleentwickler Shigeru Miyamoto (unter anderem für Super Mario verantwortlich) würde diesen Weg zumindest gerne sehen und hat sogar angedeutet, dass auch Nintendo dies präferieren und darauf hinarbeiten würde. (via Bloomberg)
"We’re lucky to have such a giant market, so our thinking is, if we can deliver games at reasonable prices to as many people as possible, we will see big profits."
Nintendo hat bislang beide Wege unter iOS ausprobiert. Bei "Super Mario Run" verlangte man € 9,99 für das komplette Spiel. In "Animal Crossing: Pocket Camp" und "Fire Emblem Heroes" hingegen versuchte man sich an einem Freemium-Modell mit zahlreichen In-App Käufen. Mit dem wirtschaftlichen Ergebnis war man aber in beiden Fällen nicht restlos zufrieden. Dennoch bervorzuge man bei Nintendo weiterhin ein "Upfront"-Modell bei der Bezahlung:
"I can’t say that our fixed-cost model has really been a success. But we’re going to continue pushing it forward until it becomes entrenched. That way everyone can develop games in a comfortable environment. By focusing on bringing games to the widest range of people possible, we can continue boosting our mobile game business."
Ich persönlich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass sich das Rad hier zurückdrehen lässt. Es ist aus meiner Sicht aber gut zu sehen, dass es offensichtlich in der App- und Spiele-Industrie inzwischen ein gewisses Umdenken gibt. Und ein Vorreiter mit dem Gewicht von Nintendo kann da sicher nicht schädlich sein. Und damit viel Spaß mit den AppStore Perlen dieser Woche.
"[iOS] AppStore Perlen 35/18" vollständig lesen
Apple hat bereits vor einigen Monaten damit begonnen, den AppStore einmal kräftig auszumisten und dabei diverse Apps zu entfernen, die schon länger nicht mehr aktualisiert wurden oder die gegen die immer mal wieder überarbeiteten Spielregeln verstoßen. Aktuell hat es dabei einen ganzen Schwung sogenannte "Gambling-Apps" erwischt, die Apple aus seinem chinesischen AppStore entfernt hat. Man begründete den Schritt damit, dass diese nach regionalen Gesetzen illegal und somit nicht im chinesischen AppStore erlaubt sein. Insgesamt waren von der Säuberungsaktion satte 25.000 Apps betroffen, die das Wall Street Journal berichtet.
"Gambling apps are illegal and not allowed on the App Store in China. We have already removed many apps and developers for trying to distribute illegal gambling apps on our App Store, and we are vigilant in our efforts to find these and stop them from being on the App Store."
Ein wenig schwammig mutet allerdings die Unterscheidung zwischen verifizierten Unternehmen und unabhängigen Entwicklern an. Während letztere keine Gambling-Apps mehr für den Store einreichen können, dürfen Unternehmen dies auch weiterhin tun. Wie dem auch sei, Apps, die es wirklich ausschließlich darauf anlegen, den Nutzer abzuzocken haben auch aus meiner Sicht nichts im AppStore zu suchen. Und damit viel Spaß mit den AppStore Perlen dieser Woche.
"[iOS] AppStore Perlen 34/18" vollständig lesen
Ich habe noch nie ein großes Geheimnis daraus gemacht, dass ich kein Freund von Apps bin, deren Monetarisierungsmodell ausschließlich auf In-App Käufen und In-App Abonnements basiert. Apple hingegen präferiert inzwischen vor allem letztere Variante, wohl nicht zuletzt auch deswegen, weil man inzwischen Opfer seiner eigenen Idee wurde, nämlich den Entwicklern freizustellen, zu welchem Preis sie ihre Apps vertreiben wollen. Die Folge war das "race to the bottom", welches dazu führte, dass heute kaum noch ein Nutzer bereit ist, mehr als € 5,- für eine App auszugeben. Dies nagt dann selbstverständlich auch an Apples 30%-Anteil an den Verkaufspreisen der Apps.
Auch aus diesem Grunde pusht man inzwischen verstärkt Abo-Modelle und nat sich hierzu offenbar auch im vergangenen Jahr mit 30 ausgewählten Entwicklern zu einem geschlossenen Meeting getroffen, wie Business Insider berichtet. Apple wies bei dieser Gelegenheit darauf hin, dass sich der App-Markt verändere und man den Entwicklern daher rate, eher auf Abo-Modelle, statt auf Einmalkäufe zu setzen. Um ihnen dies schmackhaft zu machen, hatte Apple das Vergütungsmodell für solche Apps bereits vor zwei Jahren umgestellt. Hierdurch behält Apple nur noch im ersten Jahr 30% des Erlöses für sich. Anschließend wird dieser Anteil auf nur noch 15% reduziert. Ich persönlich bleibe bei meiner ablehnden Haltung diesbezüglich, die Entwicklung halte ich damit aber sicher nicht auf. Und damit viel Spaß mit den AppStore Perlen dieser Woche.
"[iOS] AppStore Perlen 33/18" vollständig lesen
Vor allem in den Anfangsjahren stand Apples Zulassungs-Kontrolle zum AppStore immer mal wieder in der Kritik, da teilweise vollkommen sinn- und funktionsfreie Apps zugelassen, wirklich nützliche Tools aber mit teils hahnebüchenen Begründungen abgelehnt wurden. Aktuell sorgt weniger der AppStore als mehr iTunes in diesem Zusammenhang für Schlagzeilen, da Apple dort mehrere "Infowars"-Podcasts des US-amerikanischen Radiomoderators und Verschwörungstheoretikers Alex Jones entfernte. Als Begründung erklärte Apple, die Inhalte würden unter anderem Hasspredigten, Diffamierungen und Verunglimpfungen enthalten, was nicht im Einklang mit den Inhaltsrichtlinien für Podcasts stünde. Andere Plattformen, darunter YouTube, Facebook und Spotify folgten Apples Beispiel.
Interessanterweise ist jedoch nach wie vor die Infowars-App im AppStore erhältlich, was sich laut Apples Aussage gegenüber BuzzFeed News auch nicht ändern wird. Die App würde nicht gegen die AppStore-Richtlinien verstoßen. Dies erscheint umso überraschender, da über die App auf dieselben Inhalte zugegriffen werden kann, die man aus dem Podcast-Angebot in iTunes entfernt hatte. Als Grund vermutet Buzzfeed hier, dass die Inhalte nicht on-demand in der App bereitstehen, sondern live gestreamt werden, weswegen man Junes vermutlich "auf frischer Tat" während eines Livestreams erwischen muss, um die App aus dem Angebopt entfernen zu können. Und damit viel Spaß mit den AppStore Perlen dieser Woche.
"[iOS] AppStore Perlen 32/18" vollständig lesen
Apple hat unter der Woche mit einer Ankündigung die Blog- und AppStore-Szene in Aufruhr versetzt. So werden ab dem 01. Oktober sämtliche Mac- und iOS-Apps von Apples iTunes-Affiliateprogramm ausgeschlossen, was bedeutet, dass Webseiten und Blogs, die auf Apps im AppStore verlinken, künftig hierfür keine Zahlungen mehr erhalten. Bisher zahlte Apple 7% des Wertes einer über einen Affiliatelink gekauften App. Bereits im vergangenen Jahr gab es einen größeren Aufschrei, als Apple ankündigte, diesen Wert auf 2,5% zu senken. Letzten Endes blieb es damals bei 7% für Apps, allerdings senkte man die Zahlungen bei In-App Käufen auf 2,5%. Nun folgt also das komplette aus des Affiliate-Programms für Apps.
Apple begründet den Schritt mit dem Start des überarbeiteten AppStore unter iOS im vergangenen und unter macOS in diesem Jahr:
Thank you for participating in the affiliate program for apps. With the launch of the new App Store on both iOS and macOS and their increased methods of app discovery, we will be removing apps from the affiliate program. Starting on October 1st, 2018, commissions for iOS and Mac apps and in-app content will be removed from the program. All other content types (music, movies, books, and TV) remain in the affiliate program.
Die Ankündigung ist natürlich ein herber Schlag für Webseiten, die voll und ganz über Affiliatezahlungen für Apps finanziert werden, wie beispielsweise die Kollegen von TouchArcade, die bereits angekündigt haben, den Betrieb vermutlich einstellen zu müssen. Wie sich die Entwicklung auf meine AppStore Perlen auswirken wird, vermag ich aktuell noch nicht zu sagen, aber auch hier wird es sicherlich Veränderungen geben. Auch nach dem Wegfall des Affiliate-Programms für Apps wird Apple aber auch weiterhin Affiliatezahlungen für Musik, Filmer, Bücher und TV-Serien zahlen. Und damit viel Spaß mit den AppStore Perlen dieser Woche.
"[iOS] AppStore Perlen 31/18" vollständig lesen
In der letzten Ausgabe der AppStore Perlen hatte ich auf eine aktuelle Erhebung hingewiesen, wonach der iOS AppStore nach wie vor deutlich mehr Umsatz macht als das Android-Pendant, obwohl der Google Play Store deutlich mehr Downloads aufzuweisen hat. Die Analysten von Creative Strategies greifen dies nun auf und entschlüsseln, wie und wo die Nutzer im AppStore eigentlich Geld ausgeben. Herausgekommen ist dabei, dass 20% der iOS-Nutzer mindestens einmal am Tag im AppStore vorbeischauen. Unter Android sind dies lediglich 9%. Interessant ist vor allem, dass die Suchfunktion dabei von nur 16% der AppStore-Nutzer als primäre Anlaufstelle genutzt wird. Die meisten Nutzer suchen hingegen "normal" im Internet, beispielsweise bei Google und werden dann aus den Suchergebnissen in den AppStore geleitet.
Bei der Kauf-Entscheidung für eine App spielen für 38% der iOS-Nutzer vor allem die Funktionen eine Rolle und weniger die Reviews der anderen Nutzer. Unter Android hingegen verlassen sich 44% auf die Reviews im Google Play Store. Vor allem In-App Käufe sind nach wie vor ein großer Umsatztreiber, sowohl unter iOS als auch unter Android. Und das obwohl 54% der iOS- und 47% der Android-Nutzer eine Einmalzahlung bevorzugen würde. Wie aber auch schon in den vergangenen Jahren, zeigt sich vor allem, dass iOS-Nutzer eher bereit sind, im AppStore Geld auszugeben als Android nutzer. So geben 45% der iOS-Nutzer an, fünf oder mehr Bezahl-Apps oder solche mit Abonnement auf ihrem Gerät installiert zu haben, während es unter Android lediglich 19% sind. Und damit viel Spaß mit den AppStore Perlen dieser Woche.
"[iOS] AppStore Perlen 30/18" vollständig lesen
Auch in der ersten Jahreshälfte 2018 dominiert der iOS AppStore weiterhin gegenüber dem Google Play Store auf der Android-Plattform. Zumindest wenn es nach dem Umsatz geht, wie die aktuellen Zahlen der Analysten von Sensor Tower belegen. Insgesamt haben die Nutzer im iOS AppStore und im Google Play Store in der ersten Jahreshälfte 2018 34,4 Milliarden US-Dollar für Apps und Spiele ausgegeben, was einem Anstieg von abermals 27,8% gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Auf den iOS AppStore entfielen dabei 22,6 Milliarden Dollar, was in etwa das Doppelte von dem ist, was Nutzer im Google Play Store ließen (11,8 Milliarden Dollar).
Allerdings konnte das Android Pendant den iOS AppStore auch in zwei Kategorien abhängen. So war dort das Wachstum im Jahresvergleich mit 29,7% höher als bei Apple (26,8%). Und auch bei den Downloads liegt Android deutlich vorne. Während dort 36 Milliarden Apps geladen wurden, waren es bei iOS lediglich 15 Miliarden Apps. Dies lässt sich aber wohl ohne Zweifel auch auf die deutlich größere Verbreitung von Android gegenüber iOS zurückführen. Auf der anderen Seite ist der iOS AppStore im Gegensatz zum Google Play Store auch in China verfügbar. Und damit viel Spaß mit den AppStore Perlen dieser Woche.
Hinweis: Sorry, diese Woche aufgrund des Deichbrand-Festivals leider etwas verspätet...
"[iOS] AppStore Perlen 29/18" vollständig lesen
In dieser Woche war es also soweit. Der [iOS] AppStore feierte am vergangenen Dienstag seinen zehnten Geburtstag. Die Marktbeobachter von Sensor Tower haben dies zum Anlass genommen und sich einmal sämtliche Apps und Spiele angeschaut, die in dieser Zeit die meisten Tage auf Platz 1 der AppStore-Charts standen. Im Zeitraum vom 01. Juli 2010 bis zum 05. Juli 2018 konnten insgesamt 30.000 verschiedene Apps diese Position in mindestens einem Land einnehmen. In den USA machten die Analysten 422 verschiedene Apps auf Platz 1 der Gratis-Apps aus, von denen der Facebook Messenger mit 317 Tagen an der Spitze liegt. Weltweit war hingegen WhatsApp die offenbar beliebteste App und stand zusammengenommen 1.783 Tage an der Spitze der Charts.

Bei den kostenpflichtigen Apps hatte hingegen Minecraft sowohl weltweit, als auch in den USA die Nase vorne. Clash of Clans war zudem die App, die mit 805 Tagen die meiste Zeit auf Platz 1 der umsatzstärksten Apps lag, gefolgt von Candy Crush mit 278 Tagen. Statistiken über Statistiken, die man derzeit also über den AppStore liest und erfährt. Eines steht fest: Er hat die Art und Weise, wie wir heute Software konsumieren, nachhaltig verändert. Und damit viel Spaß mit den AppStore Perlen dieser Woche.
"[iOS] AppStore Perlen 28/18" vollständig lesen